Matthias Holschneider (Universität Potsdam), Vincent Lesur (Institut de Physique du Globe Paris)

Korrelationsbasierte Modellierung des Erdmagnetfeldes

Die Modellierung des Erdmagnetfeldes ist ein wichtiger Schritt in Richtung eines Verständnis der Prozesse im äußeren Teil des Erdkernes. Dort wird das Hauptfeld der Erde erzeugt, welches die Geomagnetischen Beobachtungen dominiert. Aber um die kurzen Zeitskalen aufzulösen, müssen die Variationen der Lithosphäre, der Ionosphäre und der Magnetosphäre und andere schwache Signal berücksichtigt werden. Die Zerlegung des Feldes in diese verschiedenen Bestandteile bleibt eine große Herausforderung in der Magnetfeldmodellierung. In den letzten Jahren sind dank der großen Verfügbarkeit von qualitativ hochwertigen Satellitendaten akkurate Modelle des Erdmagnetfeldes entwickelt worden. Bisher jedoch ist es nicht gelungen, akzeptable Kovarianzmatrizen für die geschätzten Felder zu erhalten. Diese Matrizen sind aber wichtig für die weitere Entwicklung, insbesondere der Implementierung von Datenassimilationsmethoden für das Magnetfeld. Derartige Techniken habe ihr großes Potential bei dem Verständnis der Kerndynamik bereits unter Beweis gestellt. Außerdem werden durch diese Matrizen Abschätzungen von Modellierungsfehlern möglich. Ziel dieses Projektes ist es deshalb, Magnetfeldmodelle zusammen mit akzeptablen Fehlerkovarianzen zu konstruieren und zwar im Hinblick auf Assimilationsmethoden. Dafür werden wir alternative Modellierungsansätze entwickeln, die die volle räumliche und zeitliche Korrelationsstruktur aller Feldkomponenten (Hauptfeld, Kruste, Ionosphäre, Magnetosphäre) und ihrer Beobachtungen berücksichtigt. Unser Ansatz gehört zur Klasse der auf harmonischen Splinefunktionen basierenden Modelle. Auf diese Weise kann unser Vorgehen mit den Kollokationsmethoden der Gravitationsfeldmodellierung verglichen werden. Die Trennung der verschiedenen Bestandteile ist damit radikal verschieden von dem herkömmlichen Ansatz, basierend auf sphärischen Harmonischen. Durch unseren Ansatz kann die Trennung mit Hilfe wohldefinierter Methoden der statistischen Analyse erfolgen im Gegensatz zu dem üblichen ad-hoc Ansatz, alle sphärischen Harmonischen unterhalb eines gewissen Grades dem Hauptfeld zuzurechnen. Außerdem beabsichtigen wir damit, kleine Raum- und Zeitskalen der Felder aufzulösen, die im Falle des Kernfeldes noch wenig verstanden sind.